Indonesische Punks werden gedemütigt und umerzogen
Haare ab und „reingewaschen“. In der indonesischen Provinz Aceh herrschen strenge Regeln. Die Polizei nahm nun 65 Punks fest und zwang sie zur Umerziehung. Menschenrechtler protestieren.

Punk richtet sich traditionell gegen das System. In liberalen Ländern wie Deutschland wird der Musik- und Lebensstil jedoch weitläufig akzeptiert. In autoritäreren Regimes dagegen müssen sich Andersdenkende Schikanen und Demütigungen gefallen lassen – wie jetzt in Indonesien. Bei einem Punk-Konzert sollte Geld für Waisenkinder gesammelt werden. Die Polizei sprengte die Veranstaltung jedoch, nahm 60 Männer und fünf Frauen fest, brachte sie in ein Gefängnis und zwang sie zu einer Umerziehung. Den Gefangenen wurden die Haare rasiert, die Piercings und Punk-Shirts abgenommen. Danach wurde sie in einem See „reingewaschen“ und neu eingekleidet. Aktivisten beklagen eine Verletzung der Menschenrechte, während die Behörden betonen, die Punk-Anhänger nur auf den moralisch richtigen Pfad führen zu wollen: „Dies ist ein freies Land, aber es gibt Grenzen.“ In der indonesischen Provinz Aceh gilt die Scharia. Daher sind beispielsweise Alkoholkonsum, Homosexualität und Ehebruch verboten und werden zum Teil mit Steinigung bestraft. |